Detaillierter Guide
Dieser Reiseführer stellt Ihnen die Autovermietung in Neuseeland vor und erklärt, wie Kautionen und Selbstbehalte funktionieren.
- Direkt mieten oder über eine Reiseagentur?
- Mindestalter und Übersetzung des Führerscheins
- Wie mietet man online ein Auto?
- Ist eine Kreditkarte zwingend erforderlich?
- Versicherung, Kaution und Selbstbeteiligung
- Welches Fahrzeugmodell sollte man mieten?
- Die Kofferraumgröße für das Gepäck
- Kindersitze und optionale Zubehörteile
- Schlüsselübergabe und Fahrzeugübernahme
- Wie nutzt man ein GPS im Auto?
- Tankstellen in Neuseeland
- Die Fährüberfahrt mit oder ohne Auto
- Rückgabe des Fahrzeugs in der Agentur
- Expertentipps vor der Abfahrt
Direkt mieten oder über eine Reiseagentur?
Wenn Sie davon träumen, Neuseeland zu bereisen und dabei in freundlichen Hotels, Motels oder Bed | Breakfasts zu übernachten, werden Sie nicht enttäuscht sein. Das Land verfügt über ein ausgezeichnetes Straßennetz und kennt keine Staus. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie ein geeignetes Fahrzeug mieten!
In diesem Leitfaden erkläre ich Ihnen Schritt für Schritt, wie man in Neuseeland ein Auto mietet, und gehe dabei auf äußerst praktische Themen ein: Formalitäten, Fahrzeugwahl, Versicherung, Kaution, Selbstbeteiligung und sogar die Fährüberfahrt mit dem Auto im Laderaum.
Wir behandeln all diese Themen der Reihe nach – von der Buchung bis zur Rückgabe des Fahrzeugs am Ende der Reise. Dieser Leitfaden ist daher recht umfangreich, aber wenn Sie ihn bis zum Ende lesen, vermeiden Sie unangenehme Überraschungen.
Denn nichts wird dem Zufall überlassen, schließlich handelt es sich um eine wichtige Buchung. Das ist auch nötig, denn bei der Vielzahl an Autovermietern mit sehr unterschiedlicher Qualität ist es oft schwierig, sich einen Überblick über den Markt zu verschaffen.
NZreisen bietet einen Online-Vergleich an, der nahezu alle Autovermieter des Landes zusammenfasst, damit Sie Ihr Fahrzeug einfach buchen können. Ein solcher Service richtet sich an Reisende, die ihre Reise ohne klassische Reiseagentur organisieren.
Preise für Mietwagen vergleichenDer größte Vorteil des Vergleichsportals ist, dass es keine unseriösen Anbieter gibt. Schwarze Schafe wurden ausgeschlossen, um ausschließlich qualitativ hochwertige Services mit Fahrzeugen unterschiedlicher Klassen anzubieten.
Wenn Sie hingegen ein kostenloses Angebot für eine Neuseelandreise angefordert haben, kümmert sich die lokale Agentur darum, ein passendes Fahrzeug für Sie zu finden.
Meiner bescheidenen Meinung nach ist dies die beste Lösung, um eine Reise zu genießen, die von echten Experten der Destination organisiert wird – aber selbstverständlich haben Sie die Wahl.
Bevor wir ins Detail gehen, möchte ich darauf hinweisen, dass wir auch einen praktischen Leitfaden zur Linksverkehr und den neuseeländischen Verkehrsregeln haben. Der vorliegende Guide konzentriert sich hingegen ausschließlich auf die Autovermietung.
Wenn Sie noch zwischen Auto und Wohnmobil schwanken, lesen Sie unsere Wohnmobil-Bibel für Neuseeland, um sich ein klares Bild zu machen. Dort gehe ich auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Fahrzeugtypen ein, um Neuseeland auf der Straße zu entdecken.
Mindestalter und Übersetzung des Führerscheins
Um ein Auto zu mieten, muss man selbstverständlich fahren können und einen zum gewünschten Fahrzeugtyp passenden Führerschein besitzen. Außerdem muss man zwischen 21 und 75 Jahre alt sein, da dies die Altersgrenze ist, die von nahezu allen Autovermietern in Neuseeland akzeptiert wird.
Wenn Ihr Alter ein Problem darstellt, ist eine Anmietung zwar möglich, aber es wird sehr schwierig, einen Vermieter zu finden, der zustimmt, und Sie müssen mit höheren Versicherungskosten rechnen.
Eine frustrierende Situation, wenn man sehr senior ist oder gerade erst mit dem Autofahren begonnen hat. Wenn Sie betroffen sind, empfehle ich Ihnen, NZreisen zu kontaktieren – vielleicht kann die lokale Agentur dennoch ein Fahrzeug für Sie organisieren.
Für Fahrer unter 25 Jahren fallen in der Regel zusätzliche Gebühren für sogenannte „Jungfahrer“ an.
Die zweite wesentliche Voraussetzung betrifft den Führerschein. Sie müssen natürlich im Besitz eines gültigen Führerscheins sein, dieser muss jedoch von einer englischen Übersetzung begleitet werden (außer der Führerschein ist bereits auf Englisch ausgestellt).
Da der internationale Führerschein inzwischen extrem aufwendig zu beantragen ist (6–9 Monate Wartezeit in Frankreich), wird heute empfohlen, ihn durch eine offizielle Übersetzung zu ersetzen, die vom neuseeländischen Verkehrsministerium anerkannt ist.
Die zertifizierte Übersetzung wird von allen Autovermietern des Landes akzeptiert und auch von den Behörden bei Verkehrskontrollen anerkannt.
Achtung vor unseriösen Webseiten, die Übersetzungen anbieten, aber nicht anerkannt sind! Solche Seiten scheuen sich nicht zu lügen und geben sich einen seriösen Anstrich. Eine nicht zertifizierte Übersetzung wird jedoch sowohl von Autovermietern als auch von den Behörden abgelehnt.
Eine echte Übersetzung wird auf speziellem Papier mit Akkreditierungsnummer und Stempel des zertifizierten Übersetzers ausgestellt. Gehen Sie also kein Risiko ein und bestellen Sie Ihre zertifizierte Übersetzung bei NZreisen.
Sie müssen Ihren Führerschein und dessen Übersetzung sowohl beim Autovermieter als auch bei einer Polizeikontrolle vorlegen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Wie mietet man online ein Auto?
Ein Auto im Ausland zu mieten kann zunächst einschüchternd wirken, doch die Buchung bei einem neuseeländischen Autovermieter läuft im Großen und Ganzen ähnlich ab wie in Deutschland – mit ein paar Besonderheiten, die man kennen sollte.
Zunächst möchte ich betonen, dass die großen internationalen Marken (Avis, Hertz, Sixt und Europcar) zwar in Neuseeland vertreten sind, jedoch hohe Preise verlangen, da sie auf ihren Bekanntheitsgrad bei einer Kundschaft setzen, die sich absichern möchte und die lokalen Anbieter nicht kennt!
Diese großen Marken investieren enorme Summen, um Büros direkt an den Flughafenterminals zu betreiben und so Kunden abzufangen. Diese Kosten schlagen sich natürlich im Mietpreis nieder!
Zum Glück können Sie das Budget für Ihre Autovermietung deutlich senken, wenn Sie auf lokale Anbieter setzen. Die Qualität ist meist ähnlich (wenn nicht gleichwertig), und Sie können in der Regel zwischen 15 und 30 % der Kosten sparen.
Wie bucht man zum besten Preis?
NZreisen bietet einen kostenlosen Vergleichsrechner, der die besten Autovermieter in Neuseeland zusammenfasst. So können Sie Ihr Fahrzeug zum besten Preis buchen, denn NZreisen erhebt für diesen Service keine Gebühren.
Wir werden über eine Provision auf die Marge der Vermieter vergütet. Anders gesagt: Wenn Sie über den Vergleichsrechner buchen, zahlen Sie keinen höheren Preis und unterstützen gleichzeitig unser Team, sodass wir weitere Leitfäden wie diesen anbieten können.
Eine Buchung über den Vergleichsrechner bietet Ihnen außerdem folgende Vorteile:
- Unbegrenzte Kilometer in Neuseeland
- Kostenlose oder reduzierte Stornierung (je nach Nähe zum Abreisedatum)
- Die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung abzuschließen
- Die Möglichkeit, Kaution und Selbstbeteiligung zu entfernen
Oft ist es möglich, zu buchen, ohne sofort zu bezahlen (oder nur mit einer Anzahlung). In diesem Fall begleichen Sie den Restbetrag bei der Fahrzeugübernahme und müssen nicht den gesamten Mietpreis bei der Buchung zahlen!
Unbegrenzte Kilometer sind ein entscheidender Vorteil, da ein Roadtrip über mehrere Wochen schnell mehrere tausend Kilometer bedeuten kann.
Welche Anbieter sind empfehlenswert?
Der Vergleichsrechner listet sowohl internationale als auch interessante lokale Vermieter. Die Preise im Vergleich sind stets günstiger als auf den offiziellen Webseiten der Anbieter.
Da der Vergleichsrechner ein hohes Buchungsvolumen bündelt, werden die Preise nach unten verhandelt – selbst Versicherungen mit erweiterten Leistungen sind dadurch günstiger.
Die besten Anbieter zu bestimmen ist eine heikle Aufgabe, da der Wettbewerb jedes Jahr sehr intensiv ist.
Aktuell empfehlen wir besonders Ezi, Car Rental und Go Rentals, die unserer Meinung nach zu den zwei besten Autovermietern Neuseelands zählen. Diese Einschätzung werden wir selbstverständlich anpassen, sollte die Servicequalität nachlassen.
Diese Anbieter verfügen über Stationen in den großen Städten und an den Flughäfen. Die anderen Vermieter sind jedoch keineswegs schlecht – im Gegenteil, sie sind ebenfalls sehr gut, denn in diesem sehr selektiven Vergleich gibt es keine schwarzen Schafe.
Welches Budget sollte man für einen Mietwagen einplanen?
Hier sind die durchschnittlichen Tagesbudgets für eine hochwertige Mietwagenklasse mit Automatikgetriebe in Neuseeland aufgeführt, wobei die Hochsaison von Dezember bis März dauert.
| Saison | Kleinwagen | Mittelklasse | 4x4 |
|---|---|---|---|
| Hoch | 120 $ | 170 $ | 200 $ |
| Niedrig | 85 $ | 110 $ | 140 $ |
Beachten Sie, dass es in Neuseeland praktisch keine Schaltgetriebe mehr gibt, da der gesamte Mietwagenbestand auf Automatik umgestellt wurde. Das ist angesichts der großen Entfernungen deutlich komfortabler und ein großer Vorteil gegenüber Ländern, in denen Automatikfahrzeuge teurer sind.
Umgerechnet in Euro sind die Preise im Durchschnitt 15 bis 30 % günstiger als für eine vergleichbare Anmietung in Frankreich. Mit anderen Worten: Eine Autovermietung in Neuseeland kann als „preiswert“ gelten, auch wenn die Preise nach der COVID-19-Pandemie angezogen haben.
Einwegmieten (wenn die Rückgabestation von der Abholstation abweicht) sind erlaubt, gehen jedoch mit einem Aufpreis einher, der je nach Vermieter variiert. Rechnen Sie beispielsweise mit 50 $ bis 100 $ für eine Einwegmiete zwischen Auckland und Christchurch – das sogenannte „One Way“.
Um solche Zusatzkosten zu reduzieren, kann es verlockend sein, das günstigste Angebot überhaupt zu wählen – doch es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten sollte …
Zwar ist die Miete eines alten Toyota mit 200.000 Kilometern auf dem Tacho unschlagbar günstig, aber ist das wirklich sinnvoll in einem Land mit Linksverkehr, in dem man viel Zeit auf der Straße verbringt?
Zehn Euro pro Tag zu sparen – auf Kosten von Sicherheit und Komfort – ist eine schlechte Rechnung, die man oft schon kurz nach der Fahrzeugübernahme bereut.
Ältere Modelle verfügen über minderwertige Automatikgetriebe, die die Gangwechsel schlecht handhaben. In einem hügeligen Land wie Neuseeland führt das zu einem höheren Kraftstoffverbrauch, sodass man an der Tankstelle einen Teil der Ersparnis wieder verliert.
In der Praxis besteht ein erheblicher Qualitätsunterschied zwischen einer Low-Cost-Anmietung und einer höheren Fahrzeugklasse.
Stellen Sie sich ehrlich die Frage: Möchten Sie während Ihres Urlaubs wirklich 3.000 km mit einem Auto zurücklegen, das weniger komfortabel ist als das Fahrzeug, das Sie in Deutschland täglich für den Weg zur Arbeit nutzen?
Während einige Vermieter keinen Aufpreis für einen zusätzlichen Fahrer verlangen, berechnen andere dafür etwa zehn Dollar. Jeder Vermieter verfolgt hier seine eigene Politik, abhängig von seinen Versicherungsbedingungen.
Sollte man in der Stadt oder am Flughafen mieten?
Die meisten Autovermieter verfügen über Stationen in großen Städten wie Auckland, Wellington, Christchurch, Queenstown oder Dunedin. Sie sind außerdem an Flughäfen oder in deren unmittelbarer Nähe vertreten.
Oft hört man, dass Mietwagen am Flughafen etwas günstiger seien als in der Stadt, doch in Neuseeland ist der Unterschied gering oder sogar nicht existent. Das liegt vor allem an den kurzen Distanzen. Das Stadtzentrum von Christchurch ist zum Beispiel nur etwa zehn Autominuten vom Flughafen entfernt.
Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile. Wenn Sie nicht an den Linksverkehr gewöhnt sind, kann es einschüchternd sein, direkt in der Stadt loszufahren. Das mag paradox klingen, aber auf einer Autobahn gibt es in Wirklichkeit weniger Situationen zu interpretieren als in einer belebten Innenstadtstraße.
Die Anmietung am Flughafen spart Taxi- oder Buskosten. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, nach einem anstrengenden 24-stündigen Flug sofort loszufahren. Eine Flughafenanmietung eignet sich vor allem dann, wenn Sie die erste Nacht in einem Hotel in Flughafennähe verbringen, um sich zunächst zu erholen.
Zwar ist es möglich, auch in kleineren Städten wie Nelson oder Rotorua ein Auto zu mieten, doch die Preise sind dort höher – teilweise sogar sehr hoch –, insbesondere wenn Sie das Fahrzeug nicht am Abholort zurückgeben. Das ist keine kostengünstige Lösung.
Ist eine Kreditkarte zwingend erforderlich?
Bei der Buchung eines Mietwagens rechnen die meisten Reisenden damit, online mit einer Bankkarte zu bezahlen. Viele fragen sich jedoch, welcher Kartentyp vom Vermieter akzeptiert wird. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle wird eine „Kreditkarte“ verlangt – doch was bedeutet das konkret?
Wenn ich jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn mir diese Frage gestellt wurde, wäre ich längst reich. Es ist zweifellos die am häufigsten gestellte Frage bei NZreisen – und das zu Recht, denn die Antwort ist nicht ganz eindeutig.
In der Vorstellung vieler Menschen ist eine Kreditkarte eine Karte mit verzögerter Abbuchung, bei der die Ausgaben erst am Monatsende vom Konto abgebucht werden. In der Praxis verfügen jedoch nur wenige über eine solche Karte, die meist wohlhabenderen Kunden vorbehalten ist.
Wäre das tatsächlich Voraussetzung, könnten nur sehr wenige Menschen ein Auto mieten – weder in Frankreich noch in Neuseeland. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle anderen Karten akzeptiert werden.
Um das klarer zu machen, gehe ich im Folgenden die verschiedenen Kartentypen durch, damit Sie feststellen können, ob Sie die richtige Karte besitzen.
Abgelehnt: Maestro-, Electron- usw. Karten
Diese Karten, die häufig jungen Kunden unter den Bezeichnungen „Maestro“ oder „Electron“ ausgegeben werden, werden von Autovermietern nicht akzeptiert.
Das Problem ist einfach: Sie erlauben keine Bankvorautorisierungen oder arbeiten mit systematischen Autorisierungen. Mit anderen Worten: Der Vermieter kann keine Kaution durch das Blockieren eines Betrags auf dem Bankkonto hinterlegen.
Bei der Hinterlegung der Kaution wird das Konto des Kunden nicht belastet, sondern ein Betrag für einen variablen Zeitraum von etwa 7 bis 15 Tagen blockiert.
Muss die Kaution aus irgendeinem Grund tatsächlich eingezogen werden, ist der Vermieter so abgesichert. Wie Sie verstanden haben, kann ein Vermieter mit einer Karte, die keine Vorautorisierungen erlaubt, dieses Risiko nicht eingehen.
Akzeptiert: Bankkarten mit Vorautorisierung
Eine Bankkarte, die variable Vorautorisierungen erlaubt – egal ob Visa oder Mastercard – wird von den Vermietern akzeptiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Karte mit sofortiger oder verzögerter Abbuchung handelt.
In der Regel ist dies genau der Kartentyp, den Sie besitzen, wenn Sie seit einigen Jahren berufstätig sind. Das ist logisch, denn diese Karten sind am weitesten verbreitet – andernfalls wäre die Autovermietung einer wohlhabenden Elite vorbehalten.
Meist wissen Sie bereits, ob Ihre Karte Vorautorisierungen erlaubt. Im Zweifel genügt jedoch ein kurzer Anruf bei Ihrer Bank. Der Vermieter muss eine Kartenreservierung vornehmen und Vorautorisierungen festlegen können.
Zum Beispiel ist die Karte „Boursobank Ultim“ eine Karte mit sofortiger Abbuchung, die Bankvorautorisierungen erlaubt. Daher wird sie von allen Autovermietern in Neuseeland akzeptiert.
Vorsicht bei Karten vom Typ Wise oder Revolut
Auf dem Papier sind Karten von Wise, Revolut (oder von anderen Finanzinstituten, die keine klassischen Banken sind) Visa-Karten und grundsätzlich für die Autovermietung geeignet.
Diese Karten bieten oft günstigere Wechselkurse als klassische Bankkarten, sind aber nicht immer problemlos nutzbar.
Einige Vermieter lehnen sie grundsätzlich ab, da sie im Streitfall nicht die gleiche rechtliche Sicherheit bieten. Der Vermieter weiß, dass diese Karten meist nicht die Hauptkarte des Kunden sind, sondern vor allem zur Reduzierung von Wechselkursgebühren genutzt werden.
Daher ist es riskant, ein Fahrzeug mit einer Wise- oder Revolut-Karte zu buchen, da es in der Agentur zu unangenehmen Überraschungen kommen kann.
Es ist möglich, dass der Vermieter vor Ort eine andere Bankkarte als Ersatz akzeptiert, aber er ist keinesfalls dazu verpflichtet.
Und wenn ich keine Kaution hinterlegen muss?
Wenn Sie die Selbstbeteiligung vollständig ausgeschlossen haben, müssen Sie dem Vermieter grundsätzlich keine Kaution mehr hinterlegen. Dann liegt der Gedanke nahe, dass jede beliebige Bankkarte ausreichen könnte …
In der Praxis nimmt der Vermieter dennoch eine elektronische Kartenautorisierung vor. Dabei handelt es sich nicht um eine Abbuchung, sondern um eine Genehmigung, die es ihm erlaubt, bei Bedarf später Beträge einzuziehen. Erwarten Sie also nicht, eine Anmietung mit einer Maestro- oder Electron-Karte durchführen zu können, nur weil Sie die Selbstbeteiligung ausgeschlossen haben.
Warum diese Vorsichtsmaßnahme? Selbst ohne Kaution können bestimmte Kosten beim Mieter verbleiben, etwa bei verspäteter Rückgabe, Verkehrsverstößen oder Verwaltungsgebühren. Der Vermieter muss daher über ein gültiges Zahlungsmittel verfügen, um solche Fälle abdecken zu können.
Stellen Sie sicher, dass ausreichend Guthaben vorhanden ist
Ebenso wichtig ist zu verstehen, dass ein vom Vermieter blockierter Betrag auf Ihrer Karte während der Dauer der Vorautorisierung nicht verfügbar ist.
Sie müssen daher unbedingt sicherstellen, dass Sie über ausreichend Guthaben für die Miete und die eventuelle Kaution verfügen, andernfalls wird die Vorautorisierung in der Agentur abgelehnt und Sie erhalten das Fahrzeug nicht.
Kann ich die Bankkarte einer anderen Person verwenden?
Wenn sie keine Karte mit Vorautorisierung besitzen oder nicht über ausreichendes Guthaben verfügen, nehmen manche Personen die Buchung mit der Karte eines Elternteils oder Freundes vor.
Das ist ein schwerwiegender Fehler, den Sie unbedingt vermeiden sollten, denn die bei der Buchung verwendete Bankkarte muss zwingend auf den Namen des Hauptfahrers ausgestellt sein.
Dies ist eine grundlegende Voraussetzung in Bezug auf die Versicherung, und kein Vermieter akzeptiert eine Zahlung mit einer Karte, die nicht auf den Namen des Hauptfahrers lautet.
Selbstverständlich akzeptieren Vermieter keine Barzahlungen, und auch Banküberweisungen werden nicht angenommen.
Versicherung, Kaution und Selbstbeteiligung
Zusatzversicherungen und der Ausschluss der Selbstbeteiligung werden bereits bei der Online-Buchung angeboten. Da diese Leistungen optional sind, könnte man meinen, sie seien nicht zwingend erforderlich – sie sind jedoch dringend zu empfehlen.
Zwar ist bei jeder Anmietung eine Basisversicherung enthalten, doch es gibt zahlreiche Fälle, in denen diese das Fahrzeug nicht oder nur unzureichend abdeckt, etwa bei Glasschäden, Reifen, Diebstahl des Fahrzeugs oder Abschleppkosten.
Über die Buchungsplattform von NZreisen können Sie Ihr Fahrzeug online reservieren. Dabei wird Ihnen auch eine Zusatzversicherung angeboten, die den Tagespreis leicht erhöht, dafür aber einen deutlich umfassenderen Schutz bietet.
Diese Versicherungserweiterung wird Ihnen im Buchungsprozess unmittelbar vor der Zahlung angeboten.
Wenn Sie zum Beispiel planen, auf Schotterstraßen zu fahren (sehr verbreitet in Neuseeland, sobald man die Hauptverkehrsachsen verlässt), ist eine Glasbruchversicherung ebenso dringend zu empfehlen wie eine Reifenversicherung.
Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Reifenpanne auf einer abgelegenen Straße … Mietwagen verfügen in der Regel über kein Reserverad im Kofferraum. Dann muss ein Abschleppdienst gerufen werden, dessen Kosten oft höher sind als der Mietpreis des Fahrzeugs für den gesamten Aufenthalt!
Sollte man die Selbstbeteiligung ausschließen?
Die Selbstbeteiligung ist für viele Kunden ein unklarer Begriff und wird häufig mit der Kaution verwechselt, obwohl es sich um zwei völlig unterschiedliche, aber miteinander verknüpfte Regelungen handelt.
Wenn Sie mit der Autovermietung nicht vertraut sind, sollten Sie wissen, dass die Selbstbeteiligung der Betrag ist, den Sie im Schadensfall bei einem selbstverschuldeten Unfall nach den Reparaturen selbst tragen müssen.
Die Kaution hingegen ist der Betrag, der zu Beginn der Miete vorübergehend auf Ihrer Bankkarte blockiert wird, um mögliche Kosten bei Schäden, Diebstahl oder Vertragsverstößen abzudecken.
Im Falle eines selbstverschuldeten Schadens kann der Vermieter die Kaution ganz oder teilweise bis zur Höhe der Selbstbeteiligung einziehen. Liegt kein Problem vor, wird die Kaution einfach wieder freigegeben.
Der vollständige Ausschluss der Selbstbeteiligung (also deren Reduzierung auf null) erhöht den Mietpreis leicht, sorgt jedoch dafür, dass Sie im Schadensfall keinen Cent aus eigener Tasche zahlen müssen.
Zusätzlich geht der Ausschluss der Selbstbeteiligung in der Regel mit einer erweiterten Versicherung einher. Sie schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie sind besser abgesichert (insbesondere bei Glas- und Reifenschäden) und reisen deutlich entspannter, da Sie stressfreier fahren können.
Stressfreie Ferien sind besonders wertvoll – vor allem in einem Land mit Linksverkehr! Und das ist kein Luxus, denn die Mehrkosten bleiben in der Regel sehr überschaubar.
Kann man die Kaution abschaffen?
Gerade der vollständige Ausschluss der Selbstbeteiligung ermöglicht es in den meisten Fällen, auf eine Kaution zu verzichten. So vermeiden Sie, dass ein mitunter hoher Betrag auf Ihrem Bankkonto blockiert wird.
Denn je nach Budget kann es sinnvoller sein, die Miete etwas teurer zu bezahlen und die Selbstbeteiligung auszuschließen, als vorübergehend auf eine Geldsumme zu verzichten, die Sie während Ihres Urlaubs gut gebrauchen könnten.
Reicht eine französische Versicherung aus?
Der Gedanke ist naheliegend, aber in 99 % der Fälle deckt Ihre eigene Kfz-Versicherung Fahrten im Ausland nicht ab – zumindest nicht ohne eine teure Zusatzversicherung.
Und selbst wenn Ihr Versicherer eine Auslandserweiterung anbietet, ist sie in der Regel wenig konkurrenzfähig im Vergleich zu einer Versicherung, die direkt über eine Mietwagenplattform abgeschlossen wird und dank ihres hohen Buchungsvolumens deutlich bessere Konditionen bietet.
Hinzu kommt, dass im Schadensfall ein französischer Versicherer mit Drittparteien am anderen Ende der Welt kommunizieren muss, was zwangsläufig zu langen Bearbeitungszeiten führt.
Reicht eine Kreditkartenversicherung aus?
Einige Kreditkartenversicherungen decken den Betrag der Selbstbeteiligung ab, sofern die Miete mit derselben Karte bezahlt wurde. Allerdings bedeutet eine Deckung der Selbstbeteiligung nicht, dass Sie von einer echten Versicherungserweiterung profitieren.
Hier liegt die Falle! Wenn bestimmte Kosten wie Abschleppdienst oder Fahrzeugausfall nicht übernommen werden, bleiben sie trotz Rückerstattung der Selbstbeteiligung vollständig beim Mieter.
Eine Kreditkartenversicherung kann somit ein trügerisches Gefühl von Sicherheit vermitteln, ohne den Schutz einer echten Zusatzversicherung zu bieten. Und da nur wenige Reisende ihre Vertragsbedingungen vor der Abreise genau lesen, folgt oft das böse Erwachen.
Zudem (und das ist kein zu unterschätzender Punkt) muss der Karteninhaber die Kosten zunächst vorstrecken und darauf hoffen, später von seiner Bank erstattet zu werden. Das geschieht meist – aber mit Verzögerung.
Warum ist eine Versicherungserweiterung so wichtig?
Der Sinn einer Versicherung besteht darin, sich gegen unvorhersehbare Ereignisse abzusichern. Wenn man sich nicht für eine Reise ans andere Ende der Welt richtig versichert, wüsste ich nicht, wann man es sonst tun sollte!
Natürlich ist das eine persönliche Entscheidung, die man bewusst trifft. Ein Reisender, der an den Linksverkehr gewöhnt ist, wird die Situation anders einschätzen als ein Fahranfänger.
Dennoch trifft der Schotter, der eine Windschutzscheibe beschädigt, gleichermaßen den guten wie den schlechten Fahrer.
Auch wenn Neuseeland ein friedliches Land ist, bleibt Autodiebstahl eine reale Möglichkeit – insbesondere rund um Rotorua oder auf abgelegenen Wanderparkplätzen.
Noch wichtiger: Neuseeland ist das einzige OECD-Land, in dem eine Kfz-Haftpflichtversicherung nicht verpflichtend ist. Das mag unglaublich klingen, doch viele Neuseeländer fahren tatsächlich ohne Versicherung.
In einen Unfall mit einem nicht versicherten Fahrer verwickelt zu werden, ist ein Albtraum: Das Verfahren geht vor Gericht und zieht sich in die Länge. Der Fall wird nicht zwischen Versicherungen geregelt, sondern mit einer Privatperson, die unter Umständen zahlungsunfähig ist.
Wenn Sie also bei Flugtickets, Hotelübernachtungen oder Restaurants sparen können, dürfen Sie keinesfalls an einer Versicherung sparen, die Sie und Ihre Familie während der Reise schützt!
Zur Beruhigung: Der Vergleichsrechner ermöglicht bereits erhebliche Einsparungen bei der Autovermietung und bietet oft zusätzliche Rabatte, wenn Sie frühzeitig buchen.
Einen kleinen Teil der bei der Miete eingesparten Summe in eine solide Zusatzversicherung zu investieren, erscheint mir daher absolut sinnvoll.
Welches Fahrzeugmodell sollte man mieten?
Der neuseeländische Automarkt war früher von günstigen asiatischen Modellen dominiert, doch die Qualität hat sich im Laufe der Zeit deutlich verbessert. Heute haben Sie eine große Auswahl an sehr komfortablen Mietfahrzeugen für Ihren Aufenthalt.
Und falls Sie es noch nicht wussten: In Neuseeland herrscht Linksverkehr. Keine Sorge – auch wenn sich das Lenkrad auf der rechten Seite befindet, sind Gas- und Bremspedal nicht vertauscht.
Wie bereits erwähnt, finden Sie auf NZreisen einen ausführlichen Leitfaden zur Linksverkehr und den neuseeländischen Verkehrsregeln.
Da Schaltgetriebe in Neuseeland nicht mehr vermietet werden, finden Sie ausschließlich Automatikfahrzeuge. Es gibt also keinen Grund zur Sorge, die Gänge mit der linken Hand schalten zu müssen!
In Wahrheit ist das Fahren auf der linken Seite ein Scheinproblem, das die meisten Reisenden sehr schnell relativieren – und diejenigen, die zuvor nervös waren, lachen nach der Rückkehr darüber.
Die Wahl des richtigen Fahrzeugmodells ist hingegen deutlich wichtiger. Ein ungeeignetes Fahrzeug ist nicht per se gefährlich, kann aber das Reiseerlebnis schmälern und sich negativ auf Ihren Urlaub auswirken.
Deshalb werde ich im Folgenden die verschiedenen Fahrzeugtypen mit Ihnen durchgehen – ob Benziner (Diesel betrifft nur noch einige Wohnmobile) oder Elektrofahrzeuge.
Kleinwagen und Kompaktfahrzeuge
Kleine Stadtwagen wie der Toyota Corolla sind für Paare ohne Kinder interessant, sofern man mit leichtem Gepäck reist – idealerweise mit maximal einem großen Koffer für zwei Personen (der Kofferraum ist oft gerade groß genug dafür).
Diese Fahrzeuge sind leicht zu fahren und überall einfach zu parken, eignen sich jedoch nur bedingt für einen Roadtrip durch Neuseeland und sind für Familien selbstverständlich nicht geeignet.
Ich komme später noch auf die Bedeutung eines ausreichend großen Kofferraums zurück. Bedenken Sie jedoch schon jetzt, dass Platzmangel für Einkäufe oder schmutzige Wanderschuhe schnell zu einem täglichen Tetris-Spiel werden kann, das Zeit kostet und den Alltag erschwert.
Auf der Nordinsel kann dieser Fahrzeugtyp ausreichen, im Süden hingegen geraten Kleinwagen auf Bergstraßen oder bei stärkerem Relief schnell an ihre Grenzen.
Limousinen und Mittelklassewagen
Diese Fahrzeugkategorien eignen sich für Paare und insbesondere für Familien mit Kindern. Es sind die meistgefragten Modelle (auch die Kiwis machen Urlaub), weshalb man frühzeitig buchen sollte, um gute Preise zu erhalten.
Neben Komfort und einer für das Gelände geeigneten Motorisierung handelt es sich um Modelle mit moderner Ausstattung.
Seriöse Vermieter bieten in der Regel Fahrzeuge mit Einparkhilfe und vor allem mit einem Bildschirm an, der Apple CarPlay oder Android Auto unterstützt. So lässt sich das Smartphone verbinden, ohne ein GPS-Gerät an die Windschutzscheibe kleben zu müssen.
Der größere Kofferraum ist deutlich praktischer, um neben dem Gepäck auch Wanderausrüstung mitzunehmen. Ohne besondere Anforderungen ist dies das ideale Modell mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
SUVs und höherwertige Modelle
Mehr Komfort, bessere Straßenlage und hervorragende Sicht gehen mit einem etwas höheren CO₂-Fußabdruck einher. Wenn Ihr Budget es zulässt, ist dies jedoch das von NZreisen empfohlene Fahrzeugsegment.
Der Grund ist einfach: Das Gelände ist stark ausgeprägt (insbesondere auf der Südinsel), und diese Fahrzeugtypen sind bei weitem die angenehmsten und sichersten.
Teurer in der Miete, ja – dafür aber beruhigender, wenn man in Neuseeland auf der linken Straßenseite fährt. Diese Modelle sind zudem sehr gefragt, da sie besser für Nebenstraßen geeignet sind.
Vor allem Mini-SUVs wie der Toyota Yaris Cross bieten den besten Kompromiss. Man fährt ein modernes Fahrzeug, und die leicht erhöhte Sitzposition ist besonders beruhigend, wenn man sich an den Linksverkehr gewöhnt.
Hinzu kommt, dass es sich häufig um Hybridmodelle handelt, die eine größere Reichweite bieten und deutlich weniger Kraftstoff verbrauchen als früher. Wenn Sie zwischen einem Mini-SUV und einer Limousine schwanken, lohnt sich der Vergleich – der SUV ist jedoch vielseitiger und besser für einen Roadtrip geeignet.
Achten Sie dennoch auf die Kofferraumgröße von SUVs: Auch wenn das Fahrzeug geräumiger wirkt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass mehr Gepäck untergebracht werden kann als in einer Limousine – insbesondere abhängig von der Anzahl der Passagiere.
Elektroautos
Elektrofahrzeuge gehören bei den Vermietern zum Premiumsegment. Meist handelt es sich um Tesla-Modelle, die zu einem höheren Mietpreis angeboten werden und zudem mit einer höheren Selbstbeteiligung und Kaution verbunden sind.
Während es vor einigen Jahren noch undenkbar war, einen Roadtrip mit einem Elektroauto zu unternehmen, ist dies heute durchaus möglich – allerdings mit einigen Punkten, die man bedenken sollte.
Auf die Vorteile von Elektrofahrzeugen mit geringerer CO₂-Bilanz sowie leiser und moderner Fahrweise gehe ich nicht weiter ein. Die entscheidende Frage betrifft vielmehr Reichweite und Lademöglichkeiten.
Das Netz an Ladestationen ist heute sowohl auf der Nord- als auch auf der Südinsel sehr gut ausgebaut – vorausgesetzt, man bleibt auf den klassischen Routen. Einige Abschnitte, insbesondere an der West Coast, sind jedoch noch relativ schlecht abgedeckt. Ladestationen finden sich in Stadtzentren, an Tankstellen und auf vielen öffentlichen Parkplätzen.
Um Ladepunkte einfach zu finden und ihre Verfügbarkeit zu prüfen, können Sie die Community-Plattform Plug Share nutzen, die eine sehr hilfreiche Karte anbietet.
Noch praktischer und besser geeignet für einen touristischen Roadtrip, bei dem man keine Zeit verlieren möchte, ist das Charge Net Netzwerk mit seiner mobilen App, die eine automatische Bezahlung ermöglicht.
Wie Sie sich denken können, ist es entscheidend, die Reichweite des Fahrzeugs im Voraus zu kennen, um Distanzen und Ladezeiten zu planen. Dieser zusätzliche Organisationsaufwand ist der größte Nachteil bei der Miete eines Elektrofahrzeugs.
Zwar sind die Ladekosten günstiger als das Tanken, doch der höhere Mietpreis eines Elektroautos macht diesen Vorteil in der Regel wieder zunichte.
Die Kofferraumgröße für das Gepäck
Der größte Fehler, den Sie bei der Anmietung eines Fahrzeugs machen können, betrifft die Größe des Kofferraums für das Gepäck. Ein lokales Reisebüro würde diesen Punkt niemals übergehen, doch wenn Sie Ihre Reise selbst organisieren, müssen Sie besonders aufmerksam sein und die folgenden Hinweise sorgfältig lesen.
Es ist mir selbst schon passiert, dass ich mangels Platz während eines gesamten Aufenthalts einen Koffer auf der Rückbank meines Mietwagens unterbringen musste! Das war ein Anfängerfehler – und einer, den ich garantiert nicht noch einmal machen werde.
Erst auf dem Parkplatz des Vermieters festzustellen, dass die Koffer nicht in den Kofferraum passen, ist ein Moment großer Einsamkeit. Die Lösung, Gepäck auf den Rücksitzen zu verstauen, ist zudem nicht immer möglich, wenn man mit der Familie reist, und im Falle eines Verkehrsunfalls auch nicht ungefährlich!
Auch wenn Neuseeland eines der sichersten Länder der Welt ist, wird davon abgeraten, Gegenstände sichtbar im Fahrzeug liegen zu lassen – erst recht auf völlig verlassenen Wanderparkplätzen.
Sie müssen daher bei der Auswahl Ihres Fahrzeugs im NZreisen-Vergleich unbedingt die Kofferraumkapazität berücksichtigen. Diese Schlüsselinformation ist immer angegeben, zusammen mit der Anzahl an kleinen und großen Gepäckstücken, die in den Kofferraum passen.
In Wirklichkeit ist die Rechnung etwas komplexer, als man denkt, denn es geht nicht nur darum, Platz für die Koffer zu haben. Zusätzlicher Stauraum für Einkäufe aus dem Supermarkt und für Wanderausrüstung (Rucksack, Schuhe, Stöcke …) ist mehr als empfehlenswert.
Mit schmutzigen Wanderschuhen zu fahren ist nicht nur unangenehm, Sie riskieren auch Abzüge von der Kaution, wenn Sie ein verschmutztes Fahrzeug zurückgeben. Ausreichend Platz im Kofferraum, um sich bequem umzuziehen, ist daher eine echte Erleichterung.
Behalten Sie im Hinterkopf, dass die Anzahl der Passagiere kein ausreichendes Entscheidungskriterium ist. Auch wenn ein Auto fünf Personen Platz bietet, heißt das noch lange nicht, dass auch das gesamte Gepäck hineinpasst!
Nur weil Sie ein Fahrzeug für fünf Personen mieten, können Sie nicht automatisch fünf Koffer im Kofferraum unterbringen. Das ist ein sehr häufiger Fehler!
Einige 5- bis 7-sitzige SUV-Modelle ermöglichen es, die letzte Sitzreihe umzuklappen und so das Kofferraumvolumen zu vergrößern. Diese Lösung ist für Paare mit zwei Kindern sehr interessant, allerdings sind solche Modelle in der Miete meist deutlich teurer.
Zwischen gut ausgestatteten Motels, Waschsalons und Hotels mit Wäscheservice gibt es ohnehin keinen Grund, unnötig viel Gepäck mitzunehmen. Leicht zu reisen reduziert die mentale Belastung und macht das ständige Be- und Entladen des Fahrzeugs über Wochen hinweg deutlich angenehmer.
Zwei bis drei Waschgänge in Neuseeland reichen aus, um das Gepäck erheblich zu reduzieren. Sie reisen leichter, das Fahrzeug verbraucht weniger Kraftstoff und Sie haben am Ende des Urlaubs mehr Platz für Souvenirs.
Bevorzugen Sie weiche Reisetaschen, die sich leichter im Kofferraum verstauen oder zusammendrücken lassen, statt harter Koffer, die zwar am Flughafen praktisch sind, aber oft viel Platz verschwenden.
Kindersitze und optionale Zubehörteile
Es gibt Zubehör, das Sie zu Ihrer Mietwagenbuchung hinzufügen können. Sofern Sie nicht campen möchten, können Sie auf Campingausrüstung verzichten. Die Anmietung von Kindersitzen, Sitzerhöhungen oder im Winter gegebenenfalls Schneeketten sollte jedoch sehr ernst genommen werden.
Diese Optionen sind manchmal kostenlos, meist jedoch kostenpflichtig und können sich über mehrere Wochen zu einem erheblichen Betrag summieren. Zumal die Vermieter genau wissen, dass nur wenige Reisende einen Babysitz mit nach Neuseeland bringen.
Um Geld zu sparen, können Sie zwar Ihren eigenen Kindersitz mitbringen, doch die Zusatzkosten für Aufgabegepäck kommen oft genauso teuer wie die Anmietung vor Ort.
Baby- und Kindersitze im Auto
In Neuseeland sind Baby- und Kindersitze verpflichtend und unverzichtbar. Autovermieter bieten sie als Option an, in der Regel zu einem Preis von etwa 59 $ für den gesamten Mietzeitraum.
Neuseeland folgt in Bezug auf Kindersitze und Sitzerhöhungen denselben Regeln wie Europa. Alle zur Miete angebotenen Modelle sind mit dem ISOFIX-Standard kompatibel, was zusätzliche Sicherheit bietet.
Hier die Sitztypen mit den entsprechenden Altersgruppen:
| Kategorie | Alter |
|---|---|
| Baby capsule | 0 bis 11 Monate |
| Child seat | 1 bis 3 Jahre |
| Booster seat | ab 4 Jahren |
Beachten Sie, dass der Vermieter Ihnen beim Einbau der Sitze helfen kann – häufig sind sie sogar bereits vor Ihrer Ankunft im Fahrzeug installiert.
Benötigt man im Winter Schneeketten?
Je nach Route können in den Wintermonaten Schneeketten erforderlich sein (ihr Fehlen kann mit einer Geldstrafe von 750 $ geahndet werden). Überraschenderweise berechnen die Vermieter diese Option recht teuer, etwa 69 $.
In der Praxis schneit es in Neuseeland jedoch selten, und nur wenige Reisende besuchen das Land in der Nebensaison.
Wenn Sie jedoch zwischen Juni und September die Südinsel erkunden, sollten Sie wissen, dass die Straße SH94 zum Milford Sound für Fahrzeuge ohne Schneeketten gesperrt sein kann.
Schneeketten sind auch notwendig, um die meisten Wintersportgebiete zu erreichen, insbesondere Cardrona, Treble Cone oder The Remarkables. Falls Sie der Gedanke, Schneeketten zu montieren, beunruhigt, gibt es Shuttle-Services, die Sie zu den Pisten bringen.
Wenn Sie Wintersport betreiben, müssen Sie wahrscheinlich auch einen Skiträger (ski rack) mieten, was weitere 69 $ kostet. In diesem Fall ist ein Shuttlebus zu den Skigebieten meist die günstigere Lösung.
Schlüsselübergabe und Fahrzeugübernahme
Bevor ich den Ablauf der Anmietung in der Agentur und die Fahrzeugübernahme erkläre, möchte ich daran erinnern, dass man in den ersten 24 Stunden nach einem internationalen Flug möglichst nicht fahren sollte, um das Unfallrisiko zu minimieren (statistisch ist es höher – insbesondere, wenn man noch nie links gefahren ist).
Nach einem Langstreckenflug sind die Reflexe auf dem Tiefpunkt, und Sie müssen sich erst erholen, bevor Sie sich ans Steuer setzen. Daher empfehle ich, den ersten Tag damit zu verbringen, die Ankunftsstadt zu erkunden (oder je nach Uhrzeit direkt ins Hotel zu fahren) und vor allem Schlaf nachzuholen.
Zudem besteht die Gefahr, dass man die Formalitäten bei der Fahrzeugübernahme hastig erledigt, da man während des Zustandsprotokolls weniger aufmerksam ist. Auch wenn Vermieter in Neuseeland für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, sollten Sie wachsam bleiben und das Fahrzeug sorgfältig prüfen.
In Eile und übermüdet nimmt sich ein Fahrer weniger Zeit, das Fahrzeug und seine Funktionen kennenzulernen. Er fährt oft los, ohne die Bedienelemente zu kennen, und setzt sich damit unnötigen Risiken aus.
Wie gelangt man zur Mietwagenagentur?
Einige Vermieter verfügen über ein Depot direkt am Flughafen und bieten an, das gemietete Fahrzeug auf einem fußläufig erreichbaren Parkplatz zu übernehmen. Das ist praktisch, aber zwangsläufig teurer!
Im Gegensatz dazu bieten die meisten preisgünstigen Autovermietungen einen kostenlosen Shuttle-Service zwischen dem Flughafen (oder dem Hotel) und dem Fahrzeugdepot in der Stadt oder in Flughafennähe an.
Konkret reicht es aus, seine Ankunft zu melden (oft genügt die Angabe der Flugnummer), und man wird für eine Fahrt von meist nur fünf Minuten abgeholt. In manchen Fällen kann man – wenn man motiviert ist – auch zu Fuß gehen und später mit dem Auto zurückkehren, um die Familie abzuholen.
Ist ein solcher Shuttle-Service inbegriffen, wird dies im NZreisen-Vergleich ausdrücklich erwähnt. Nehmen Sie sich daher die Zeit, diesen Punkt genau zu prüfen.
Die Formalitäten in der Agentur
Vor der Schlüsselübergabe müssen Sie den Mietvertrag unterschreiben und gegebenenfalls den Restbetrag per Kreditkarte bezahlen. Dieser Schritt bereitet in der Regel keine Schwierigkeiten, selbst wenn Ihre Englischkenntnisse begrenzt sind.
Sie müssen die bei der Buchung verwendete Bankkarte sowie den Führerschein jedes Fahrers vorlegen. Zusätzlich ist die englische Übersetzung des Führerscheins erforderlich – entweder ein internationaler Führerschein oder eine zertifizierte Übersetzung über NZreisen.
Am lästigsten ist meist nur die Wartezeit, falls vor Ihnen noch andere Kunden bedient werden. In der Regel geht es jedoch sehr schnell und dauert kaum länger als eine Viertelstunde.
Wenn Sie die Selbstbeteiligung nicht ausgeschlossen haben, müssen Sie zu diesem Zeitpunkt auch die Kaution hinterlegen. Dieser Betrag wird nicht abgebucht, sondern auf Ihrem Konto blockiert. Am Ende der Miete wird die Kaution freigegeben, kann jedoch bei einem Unfall oder bei Schäden am Fahrzeug ganz oder teilweise einbehalten werden.
Der Vermieter wird Sie an die abgeschlossene Versicherung erinnern und Ihnen mitteilen, ob das Fahrzeug mit vollem Tank zurückzugeben ist (was heute nahezu immer der Fall ist).
Wenn Sie Optionen wie Kindersitze gebucht haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dies anzusprechen und um Hilfe bei der Installation zu bitten.
Die Fahrzeugüberprüfung
Die Fahrzeugüberprüfung kann für Reisende überraschend sein, die erwarten, dass der Vermieter das Fahrzeug gemeinsam umrundet, wie es in Frankreich oder anderen Ländern oft üblich ist.
Tatsächlich beschränken sich Autovermieter – im Gegensatz zur Wohnmobilvermietung, bei der das Fahrzeug meist ausführlich erklärt wird – auf das absolute Minimum. Sie erhalten lediglich ein Dokument, auf dem vorhandene Schäden markiert sind, sowie den Hinweis, welcher Kraftstoff zu verwenden ist.
Oft wird Ihnen nur die Nummer des Parkplatzes genannt, auf dem das Fahrzeug steht – und das war’s! Das mag verunsichern, ist aber bei den meisten Vermietern gängige Praxis und spart enorm viel Zeit.
Ich empfehle dennoch dringend, das Fahrzeug vor dem Start aus allen Blickwinkeln zu fotografieren – innen wie außen –, noch bevor Sie den Motor starten oder Gepäck in den Kofferraum legen. Ein kurzes Video, bei dem man einmal um das Auto herumgeht, ist eine zeitsparende Methode, die ich selbst nutze.
Bewahren Sie diese Fotos auf, sie dienen im Bedarfsfall als Nachweis. Entdecken Sie einen Mangel oder benötigen Sie einen Rat, können Sie jederzeit in die Agentur zurückgehen und um Hilfe bitten.
Ein Klassiker ist das Starten des Motors, da sich das Verfahren je nach Modell unterscheidet. Es ist überhaupt nicht peinlich, wenn es nicht auf Anhieb klappt und man noch einmal in die Agentur zurückgeht – das passiert ständig, und die Mitarbeiter sind daran gewöhnt!
Manche Fahrzeuge werden mit einem Schlüssel gestartet, andere erfordern das Treten der Bremse und das Drücken eines Startknopfes.
Fahrzeugübernahme außerhalb der Öffnungszeiten
Die meisten Autovermietungen sind zwischen 8:00 und 17:00 Uhr geöffnet. In manchen Fällen ist es jedoch möglich, ein Fahrzeug auch außerhalb dieser Zeiten zu übernehmen, sofern der Vermieter dies anbietet.
In diesem Fall muss der gesamte Ablauf, der normalerweise in der Agentur erfolgt, online erledigt werden. Dazu gehört das Hochladen von Fotos des Führerscheins und seiner Übersetzung, die Zahlung sowie die Hinterlegung der Kaution.
Die Fahrzeugschlüssel werden entweder aus einem gesicherten Schlüsselkasten mit Code entnommen oder bei einem nahegelegenen Partnergeschäft abgeholt (oft am Flughafen).
Persönlich empfehle ich dieses Vorgehen nicht, da man sich bei Problemen nicht direkt an einen Mitarbeiter wenden kann. Zudem bedeutet es häufig, dass man direkt nach der Landung – manchmal nachts – losfährt, was weder ideal noch empfehlenswert ist.
Die ersten Momente am Steuer
Auch wenn Sie ein sehr guter Fahrer sind, nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie sich in den Verkehr stürzen. Zunächst müssen Sie die Ausstattung einstellen und sich mit dem Armaturenbrett vertraut machen.
Auf dem rechten Fahrersitz Platz zu nehmen, ist anfangs etwas ungewohnt – und für den Beifahrer vielleicht noch mehr, da er auf dem Platz sitzt, den sonst der Fahrer in Frankreich einnimmt!
Lassen Sie sich Zeit, bevor Sie losfahren, studieren Sie das Armaturenbrett genau und lokalisieren Sie die Bedienelemente für Licht, Scheibenwischer und Blinker. Stellen Sie außerdem in Ruhe die Spiegel ein.
Tipp: Finden Sie sofort heraus, wo sich der Hebel zum Öffnen der Tankklappe befindet und wo die Tankanzeige im Armaturenbrett angezeigt wird.
Es ist kein Wettrennen! Es ist völlig normal, eine halbe Stunde auf dem Parkplatz der Mietstation zu verbringen, um alles einzustellen und das GPS zu konfigurieren.
Sie werden das Fahrzeug wahrscheinlich mehrere Wochen nutzen – diese ersten Minuten sollten daher nicht überstürzt werden.
Sobald der Gang eingelegt ist, rollen manche Automatikfahrzeuge langsam an, ohne dass man das Gaspedal betätigt. Keine Panik: Das ist eine sehr praktische Funktion zum Rangieren, die jedoch überraschen kann, wenn man sie nicht kennt!
Man erkennt den Anfänger im Linksverkehr oft daran, dass er vor dem Abbiegen die Scheibenwischer statt der Blinker betätigt – die entsprechenden Hebel sind fast immer vertauscht.
Automatikgetriebe können zudem mehrere Stellungen am Schalthebel haben. Die Buchstaben P, R, N und D sind immer vorhanden. Je nach Modell gibt es weitere Fahrmodi – hier eine kurze Übersicht:
| Buchstabe | Bedeutung | Erklärung |
|---|---|---|
| P | Park | Fahrzeug steht |
| R | Reverse | Rückwärtsgang |
| N | Neutral | Leerlauf |
| D | Drive | Normale Vorwärtsfahrt |
| S | Sport | Dynamischere Beschleunigung |
Das Handbuch im Handschuhfach liefert die exakten Informationen. Am einfachsten ist es jedoch, den Vermieter vor der Abfahrt zu fragen. Seien Sie nicht schüchtern!
Die meisten Fahrzeughandbücher sind online verfügbar und können schon vor der Reise eingesehen werden, um sich mit dem Armaturenbrett vertraut zu machen. Das funktioniert nicht immer, hilft aber, sich einzustimmen.
Wie nutzt man ein GPS im Auto?
Das Straßennetz der Kiwis ist so einfach, dass ein GPS manchmal überflüssig erscheint. Oft hören Sie die Sprachansage, dass Sie 50 Kilometer geradeaus fahren sollen! Doch um ein abgelegenes Motel, einen Wanderparkplatz oder den Stadtverkehr zu finden, erleichtert satellitengestützte Navigation das Leben enorm.
Auch wenn manche Reisende lieber mit einer Straßenkarte unterwegs sind, ist GPS-Navigation in Neuseeland heute unverzichtbar. Um sie optimal zu nutzen, sollten Sie jedoch ein paar Tricks kennen.
Manche Vermieter bieten diesen Service noch als Option für ein paar Dollar pro Tag an. Da die meisten Fahrzeuge bereits über einen Bildschirm verfügen, zahlen Sie in Wirklichkeit für die Nutzung der installierten Software.
Sie können das GPS des Vermieters nutzen oder mieten – immer mehr Reisende bevorzugen jedoch ihr Smartphone.
Sie können Ihr eigenes GPS verwenden, indem Sie das Smartphone an den Zigarettenanzünder anschließen. Diese Steckdose verschwindet allerdings zunehmend zugunsten von USB-Ports (oder Bluetooth). Das ist eine kleine, aber ärgerliche Falle, denn je nach Fahrzeug handelt es sich um USB 2.0 (älter) oder USB-C (moderner).
Ein Detail, das man meist erst vor Ort bemerkt, da der genaue Anschluss in den Fahrzeugbeschreibungen nie angegeben ist. Zum Glück gibt es Adapter für ein paar Euro bei Amazon!
Durch das Anschließen laden Sie Ihr Smartphone während der Fahrt – ideal, um mit voller Batterie zu Wanderungen aufzubrechen!
Von hier aus gibt es mehrere mögliche Szenarien, die ich Ihnen vorstelle, damit Sie nicht losfahren, ohne zu wissen, wohin – denn die meisten Vermieter legen keine Straßenkarten mehr ins Handschuhfach.
Apple CarPlay und Android Auto
Immer mehr Fahrzeuge verfügen über einen integrierten Bildschirm mit Apple CarPlay oder Android Auto. Wenn Sie dieses Glück haben, müssen Sie Ihr Smartphone nur mit einem Datenkabel anschließen oder per Bluetooth koppeln.
Die Einrichtung dauert zwar ein paar Minuten, dafür finden Sie anschließend alle Adressen Ihrer Reise wieder – vorausgesetzt, Sie haben sie vorab in der Karten-App gespeichert.
Alle Adressen der Reise – Unterkünfte wie auch Startpunkte von Wanderungen – im Voraus zu speichern, ist wohl einer der besten Tipps, um einen Neuseelandaufenthalt zu erleichtern.
Das Smartphone als GPS
Verfügt das Fahrzeug weder über Bildschirm noch über GPS-Software, müssen Sie Ihr Smartphone direkt als Navigationsgerät nutzen. Das ist die gute alte Methode – allerdings nur mit einer geeigneten Halterung!
Ich rate dringend von Saugnapf-Systemen ab und empfehle stattdessen eine Halterung, möglichst magnetisch, die in der Nähe des Armaturenbretts befestigt wird.
Sie werden das Smartphone ständig an- und abstecken, manchmal nur für einen kurzen Fotostopp am Straßenrand. Die Installation sollte daher so einfach wie möglich sein, damit sie nicht zur lästigen Pflicht wird.
Man liest noch immer, dass GPS viel Datenvolumen verbraucht, doch wir sind nicht mehr in den frühen 2000ern – der Verbrauch ist heute vernachlässigbar.
GPS ohne Internetverbindung
Die GPS-Ortung ist kostenlos, die Kartendarstellung hingegen nicht – zumindest ohne Internetverbindung. In diesem Fall benötigen Sie eine zuvor heruntergeladene Offline-Karte auf dem Smartphone.
Here WeGo iOS (kostenlos)Here WeGo Android (kostenlos)Zwar erlauben Google Maps oder Apple Maps das Herunterladen von Kartenausschnitten, doch Apps wie Here WeGo – kostenlos oder kostenpflichtig – stellen die komplette Landeskarte offline zur Verfügung. So erhalten Sie Navigation ganz ohne Internet.
GPS mit Internetverbindung
Eine Internetverbindung liefert Echtzeitinformationen. Zwar sind die Straßen in Neuseeland gut gepflegt, doch es gibt sehr häufig Baustellen – ein reiner Offline-Modus kann Sie daher in Schwierigkeiten bringen!
Wenn Sie zum Beispiel an der West Coast starten und 200 km später auf eine gesperrte Straße stoßen, kann das problematisch werden, denn Umwege auf der Südinsel betragen mitunter mehrere hundert Kilometer!
Daher ist es dringend empfohlen, sowohl einen Offline-Modus als auch eine Internetverbindung zu haben. Warum beides? Ganz einfach, weil es in abgelegenen Regionen des Landes durchaus vorkommt, dass man keinen Empfang hat.
Persönlich nutze ich systematisch Fahrzeuge mit Apple CarPlay, verwende Apple Maps auf dem Bordbildschirm und halte Here WeGo als Backup-Lösung bereit.
Das Thema Internetverbindung wird ausführlich in unserem Guide zu SIM- und eSIM-Karten in Neuseeland behandelt.
Tankstellen in Neuseeland
In Neuseeland sind die wichtigsten Tankstellenketten Z, BP, Mobil und Ampol (früher Caltex). Sie sind im ganzen Land vertreten, auch in vielen ländlichen Regionen, was lange Fahrten erleichtert.
Durch den starken Wettbewerb – oft liegen mehrere Stationen nahe beieinander – bieten sie Treueprogramme an, die teilweise mit Supermarktkarten wie New World, Pak’nSave oder Woolworths verknüpft sind.
In der Praxis beeinflusst oft der Vermieter die Wahl der Tankstelle, indem er zusammen mit den Autoschlüsseln eine Kundenkarte mitgibt oder die Verwendung eines bestimmten Kraftstoffs wie etwa Super Plus 98 vorschreibt.
Tatsächlich behalten Sie jedoch die freie Wahl der Tankstelle und laufen kein Risiko, mit leerem Tank liegen zu bleiben. Bleibt nur noch die Frage nach dem realistischen Kraftstoffbudget für die Reise – und das ist gar nicht so einfach!
Denken Sie daran, vor dem Tankstopp zu prüfen, wo sich die Tankklappe am Fahrzeug befindet. Ein Symbol im Armaturenbrett zeigt dies meist an, falls Sie es vergessen haben.
Wie schätzt man das Tankbudget ein?
Einfache Automatikgetriebe, wie sie in den günstigsten Mietwagen verbaut sind, verbrauchen in der Regel mehr Kraftstoff – besonders in bergigem Gelände, wo der Motor bei starken Beschleunigungen häufig in den ersten Gang zurückschalten muss.
Auch hier wirkt sich das günstigste Mietmodell an der Zapfsäule negativ aus. Es ist oft sinnvoller, ein neueres Fahrzeug zu mieten, selbst wenn das etwa 20 $ pro Tag mehr kostet. Das mag banal klingen, doch ein leistungsschwaches Auto nervt über den gesamten Aufenthalt hinweg und führt schnell zu Reue.
Vor diesem Hintergrund (entschuldigen Sie die Wiederholung) ist es völlig legitim, sich zu fragen, welches Budget man für Kraftstoff während einer Reise durch Neuseeland einplanen sollte.
Benzin ist in Neuseeland zwar etwas günstiger als in Europa, doch das Gelände erhöht den Verbrauch.
Um Ihr Kraftstoffbudget zu schätzen, können Sie die Website Price Watch nutzen, die aktuelle Preise an den Zapfsäulen für die meisten Kraftstoffe in Neuseeland anzeigt.
So erhalten Sie eine grobe Orientierung, um mit der geplanten Gesamtdistanz und dem durchschnittlichen Verbrauch des Fahrzeugs eine einfache Rechnung anzustellen. Das Ergebnis ist zwar nur eine Schätzung, aber in der Regel recht realistisch.
Google Maps eignet sich gut, um Distanzen abzuschätzen, ich bevorzuge jedoch den Routenplaner der NZTA (New Zealand Transport Agency Waka Kotahi), da er zuverlässiger ist und Baustellen sowie Umleitungen besser berücksichtigt.
Zögern Sie nicht, den errechneten Betrag um etwa 10 % zu erhöhen, wenn Sie die Südinsel bereisen. Dort ist Kraftstoff in abgelegenen Regionen teurer, und durch bergiges Gelände sowie Gepäck im Kofferraum steigt der Verbrauch.
Wo findet man die günstigsten Tankstellen?
Theorie ist das eine, Praxis das andere – denn vor Ort in Neuseeland stehen Sie oft vor einer schwierigen Entscheidung.
Sie können konsequent dieselbe Tankstellenkette nutzen, um von der Treuekarte des Vermieters zu profitieren. Oder Sie bleiben flexibel und steuern gezielt immer das günstigste Angebot an.
Gaspy ist eine in Neuseeland sehr beliebte Smartphone-App, mit der sich die Kraftstoffpreise der umliegenden Tankstellen in Echtzeit vergleichen lassen.
Ganz exakt ist das System nicht, da es auf Nutzerbeiträgen basiert. Dennoch ermöglicht Gaspy in den meisten Fällen eine gute Orientierung.
Die App ist kostenlos (mit Werbung), einfach zu bedienen, landesweit verfügbar und hilft, beim Kraftstoffbudget zu sparen. Warum also die schwierige Wahl? Ganz einfach: Gaspy richtet sich vor allem an Einheimische und verliert bei einem touristischen Roadtrip einen Teil seines Nutzens.
Nahegelegene Tankstellen zu vergleichen ist praktisch, doch manchmal liegen sie weit auseinander. Lohnt es sich wirklich, die Route zu ändern oder zusätzliche Kilometer zu fahren, um fünf Dollar zu sparen, wenn man im Urlaub ist?
Im Laufe der Reise kann die Nutzung von Gaspy zu einer nicht zu unterschätzenden mentalen Belastung werden – zumal man die tatsächlichen Ersparnisse kaum beziffert. Vor Ort zieht man es oft vor, morgens einfach zu tanken und loszufahren, ohne Umwege in Kauf zu nehmen.
Die Beliebtheit von Gaspy erklärt sich vor allem durch seine massive Nutzung bei Backpackern mit Working-Holiday-Visum, die jede Ausgabe genau im Blick behalten müssen.
Die Kraftstoffarten an der Zapfsäule
In Neuseeland gibt es unverbleites Benzin (Unleaded) mit den Oktanzahlen 91, 95 und 98 (teilweise als Premium). Welche Sorte Sie tanken müssen, ist nicht Ihre Entscheidung, sondern wird vom Vermieter vorgegeben.
Diese Information wird Ihnen bei der Fahrzeugübergabe immer mitgeteilt. Oft ist sie auch am Autoschlüssel oder an der Tankklappe vermerkt. Hier ein Überblick über die in Neuseeland verfügbaren Kraftstoffarten:
| Typ | Beschreibung des Kraftstoffs |
|---|---|
| 91 | Die gängigste und günstigste Benzinsorte. Die meisten Standard-Mietwagen fahren damit; an der Zapfsäule meist grün oder gelb gekennzeichnet. |
| 95 | Für neuere oder leistungsstärkere Fahrzeuge, an der Zapfsäule rot oder orange markiert |
| 98 | Der teuerste Kraftstoff, bei großen Ketten erhältlich, an der Zapfsäule meist hellblau gekennzeichnet |
Benötigt Ihr Fahrzeug 98 Oktan, kann das Tanken etwas schwieriger sein, da diese Sorte weniger verbreitet ist. Warten Sie nicht, bis der Tank fast leer ist – falls die angefahrene Tankstelle keinen 98er anbietet, riskieren Sie, liegen zu bleiben.
Das bekannte Problem der Vorautorisierung
Viele Reisende in Neuseeland sehen sich unfreiwillig mit einem wiederkehrenden Problem konfrontiert, das ihnen kalte Schweißperlen auf die Stirn treibt. Ich erkläre es Ihnen!
Sie haben gerade an einer 24/7-Tankstelle mit Ihrer Bankkarte getankt, ein paar Dutzend Dollar bezahlt – und entdecken später eine Abbuchung über 200 $ auf Ihrem Konto!
Panik bricht aus, vor allem wenn Sie den Beleg weggeworfen haben und bereits mehrere hundert Kilometer gefahren sind, bevor Sie es bemerken. Sie denken an Kartenmissbrauch oder einen Fehler der Tankstelle.
Keine Sorge, die Erklärung ist ganz einfach. Da der Automat nicht weiß, wie viel Kraftstoff Sie tanken werden und ob Ihr Konto ausreichend gedeckt ist, nimmt das Zahlungsterminal eine Bankvorautorisierung über 200 $ vor.
Dieser Betrag wird nicht abgebucht, sondern lediglich blockiert, bis eine Aktualisierung erfolgt, bei der der tatsächliche Betrag Ihres Tankvorgangs angezeigt wird. Mehr Schreck als Schaden … aber das ist noch nicht alles!
Wenn Sie anschließend an einer anderen Tankstelle tanken, die dieselbe Regel anwendet, wird eine weitere Vorautorisierung vorgenommen! So können vorübergehend beträchtliche Beträge auf Ihrem Konto blockiert sein.
Um dieses Szenario zu vermeiden, gibt es eine einfache Lösung: Tanken Sie an Stationen, an denen Sie an der Kasse bezahlen (unter Angabe der Pumpennummer), oder wählen Sie an der Zapfsäule einen festen Betrag am Kartenterminal. In diesen Fällen erfolgt keine Vorautorisierung.
Die Fährüberfahrt mit oder ohne Auto
Die Nutzung der Fähre ist nahezu unvermeidlich, wenn man beide Hauptinseln Neuseelands bereist. Die etwa dreieinhalbstündige Überfahrt zwischen Wellington und Picton wird von den Reedereien Interislander oder Bluebridge angeboten und ist ein echtes Erlebnis.
Die Online-Buchung der Überfahrt ist an sich unkompliziert. Das Verfahren wird zudem in einem NZreisen-Leitfaden zur Fährüberfahrt in Neuseeland ausführlich erklärt.
Sie müssen jedoch im Voraus entscheiden, ob Sie die Überfahrt mit Ihrem Mietwagen im Laderaum antreten oder auf jeder Insel ein anderes Fahrzeug mieten möchten.
Beide Optionen haben Vor- und Nachteile! Ich stelle sie Ihnen der Reihe nach vor – dann können Sie entscheiden.
Lösung 1: Sie nehmen das Auto mit auf die Fähre
Der größte Vorteil dieser Option liegt in der einfacheren Organisation der Reise. Mit nur einer einzigen Fahrzeugbuchung sparen Sie Zeit bei den Formalitäten, vermeiden doppelte Versicherungen und behalten ein Fahrzeug, an das Sie sich bereits gewöhnt haben.
Diese Lösung ist zwangsläufig etwas teurer. Wenn Sie Ihre Reise jedoch in Christchurch beginnen und in Auckland beenden, kann die Anmietung sogar günstiger ausfallen, da Sie dem Vermieter ein Fahrzeug auf die Nordinsel zurückbringen – dorthin, wo die meisten Reisenden ankommen.
Das Einschiffen des Fahrzeugs auf die Fähre ist unkompliziert. Sie müssen sich lediglich mindestens eine Stunde vor Abfahrt einfinden, und das Bordpersonal weist Ihnen einen Stellplatz zu. Während der Überfahrt sind Sie ganz normaler Passagier und übernehmen das Auto am Zielhafen wieder.
Noch wichtiger: Sie sparen Zeit, da Sie Ihr Gepäck weder einchecken noch am Ziel abholen müssen – es bleibt einfach im Kofferraum. So können Sie leicht eine Stunde gewinnen und Warteschlangen im Urlaub vermeiden.
Lösung 2: Sie wechseln auf jeder Insel das Fahrzeug
Für den Vermieter kann dies wirtschaftlich vorteilhaft sein, da das Fahrzeug leichter an seinen Ausgangsort zurückgeführt wird. Die Buchung ist dann etwas günstiger, allerdings relativiert sich die Ersparnis schnell.
Gibt man das Auto vor der Fähre zurück, muss man vorher tanken, am Zielort ein neues Fahrzeug anmieten und erneut eine Fahrzeugüberprüfung durchführen.
Das Fahrzeug auf der anderen Insel ist häufig ein ähnliches, aber nicht identisches Modell. Alle Einstellungen müssen neu vorgenommen werden, eventuell inklusive Shuttlefahrten zum Depot.
Zieht sich der Ablauf hin (was in der Hochsaison häufig der Fall ist), verliert man viel Zeit in der Agentur und muss zusätzlich das Gepäck für die Fährüberfahrt einchecken.
Diese Lösung ist zwar günstiger, kostet aber in der Praxis oft einen halben Urlaubstag.
Ob sich das lohnt, müssen Sie selbst entscheiden. Die lokale Agentur hat diese Vorgehensweise seit etwa zehn Jahren aufgegeben, da sie vor Ort zu viel Zeit kostet – insbesondere, wenn noch lange Fahrstrecken anstehen.
Die von NZreisen empfohlene Lösung
Eine perfekte Lösung gibt es nicht. Es hängt davon ab, ob Sie lieber Geld sparen oder Zeit für Besichtigungen gewinnen möchten. Manche Reisende geben das Fahrzeug sogar direkt bei der Ankunft in Wellington zurück, um die Stadt ein oder zwei Tage ohne Auto zu erkunden.
Ohne Auto gibt man zwar weniger Geld aus, sieht aber auch deutlich weniger!
Viele Jahre habe ich den Fahrzeugwechsel bevorzugt, um die Kosten der Überfahrt zu sparen. Heute muss ich jedoch einräumen, dass die Mitnahme des Autos auf der Fähre die Organisation erheblich vereinfacht – und es ist inzwischen meine bevorzugte Lösung.
Rückgabe des Fahrzeugs in der Agentur
Am Ende Ihres Aufenthalts müssen Sie das Fahrzeug pünktlich und exakt zum im Mietvertrag angegebenen Datum und zur Uhrzeit in der Agentur zurückgeben. Bei Verspätungen fallen Strafgebühren an, da das Fahrzeug möglicherweise bereits an einen anderen Kunden weitervermietet ist.
Denn auch wenn der Vermieter bei einer vorzeitigen Rückgabe gelegentlich kulant sein kann, wird er bei einer Überschreitung der Rückgabezeit keine Nachsicht zeigen. Wenn Sie die Mietdauer verlängern möchten, wenden Sie sich frühzeitig an den Vermieter.
Sofern Sie das Fahrzeug nicht beschädigt haben oder keine besonderen Hinweise zu melden sind, geht dieser letzte Schritt sehr schnell – dennoch gibt es einige Regeln zu beachten.
Eine frühere Rückgabe ist kein Problem, solange Sie die Vorgehensweise einhalten und den Vermieter informieren.
Muss man vor der Rückgabe tanken?
Der im Mietvertrag angegebene Kraftstoffstand muss bei der Rückgabe eingehalten werden. Rechnen Sie nicht mit Nachsicht seitens des Vermieters.
Es ist inzwischen äußerst selten, dass ein Vermieter akzeptiert, ein Fahrzeug ohne vollgetankten Tank zurückzunehmen. Wenn Sie nicht tanken, kann er Sie entweder auffordern, noch zu einer Tankstelle zu fahren, oder er berechnet Ihnen den Tankvorgang zum doppelten Preis!
Wenn Sie einen Flug erreichen müssen, planen Sie die Zeit für den Tankstopp und einen möglichen Shuttle-Transfer unbedingt ein. Seien Sie großzügig mit Ihrer Zeitplanung und lokalisieren Sie die Tankstelle im Voraus – es gibt zwar fast immer eine in Flughafennähe, aber Verlass ist besser als Überraschung.
Muss das Fahrzeug gereinigt werden?
Auch wenn Sie nicht verpflichtet sind, die Karosserie vor der Rückgabe zu reinigen, gebietet es die Höflichkeit – und liegt in Ihrem eigenen Interesse –, zumindest ein Mindestmaß an Sauberkeit zu gewährleisten.
Zerdrückte Insekten und Staub sind akzeptabel, ein insgesamt sehr schlechter Zustand kann den Vermieter jedoch verärgern und ihn bei der Kontrolle deutlich pingeliger machen.
Der Innenraum und der Kofferraum müssen hingegen sauber und leer sein. Vergewissern Sie sich, dass Sie nichts vergessen haben, und prüfen Sie mehrmals unter den Sitzen sowie in allen Ablagefächern.
Haben Sie Polster verschmutzt oder Schäden verursacht, werden die Reparaturkosten von der Kaution einbehalten.
Eine Karosserie lässt sich leicht reinigen, ein Sitz mit Fettfleck hingegen kann dem nächsten Kunden nicht zugemutet werden – und das lässt sich der Vermieter bezahlen.
Ich empfehle, vor der Rückgabe eine Tankstelle mit Waschanlage aufzusuchen. So können Sie nicht nur tanken, sondern das Fahrzeug auch in einwandfreiem Zustand abgeben und müssen sich keine Sorgen um die Kaution machen.
Das mag banal klingen, doch ein Vermieter, der ein sauberes Fahrzeug zurückerhält, erledigt die Endkontrolle schneller – Sie sparen Zeit. Selbst bei kleinen Kratzern ist der Agent deutlich wohlwollender, wenn das Auto sauber ist.
Die Endkontrolle bei der Rückgabe
Häufig findet keine gemeinsame Endkontrolle mit einem Mitarbeiter statt, was Reisende irritieren kann, die aus ihrem Heimatland eine sehr genaue Prüfung gewohnt sind.
Es ist daher üblich, das Fahrzeug auf dem vorgesehenen Parkplatz abzustellen und die Schlüssel an der Rezeption oder sogar in einer gesicherten Schlüsselbox abzugeben – insbesondere außerhalb der Öffnungszeiten.
In anderen Fällen überprüft ein Mitarbeiter das Fahrzeug in Ihrer Anwesenheit. Das dauert meist weniger als eine Minute, da vor allem der Tankstand und der allgemeine Zustand kontrolliert werden.
Die eigentliche Inspektion erfolgt in der Regel später bei der Fahrzeugreinigung. Die Agentur vergleicht den Zustand bei Abholung und Rückgabe und sendet Ihnen anschließend per E-Mail einen Bericht mit eventuellen Abzügen von der Kaution.
Diese sehr „neuseeländische“ Vorgehensweise beruht auf dem Prinzip, dass der Kunde ehrlich ist und Fahrzeuge in den allermeisten Fällen unbeschädigt zurückgegeben werden. Eine Kontrolle findet jedoch immer statt – mit oder ohne Ihre Anwesenheit.
Wie bei der Abholung empfehle ich, Fotos vom Innen- und Außenbereich (inklusive Kofferraum) zu machen und zusätzlich ein kurzes Video vom Fahrzeug auf dem Rückgabeparkplatz aufzunehmen.
Das dauert nur wenige Minuten. Sie können die Dateien löschen, sobald Sie die Bestätigung über das Mietende per E-Mail erhalten haben – meist noch am selben oder am nächsten Tag.
Vergewissern Sie sich, dass Sie nichts im Fahrzeug vergessen haben. Prüfen Sie besonders unter den Sitzen und in den seitlichen Vertiefungen des Kofferraums.
Expertentipps vor der Abfahrt
Da Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Leitfaden zur Autovermietung bis zum Ende zu lesen, haben Sie sich ein paar Bonus-Tipps für den Alltag auf Neuseelands Straßen verdient.
Ich erinnere an dieser Stelle auch daran, dass Sie am Ende der Seite eine FAQ-Rubrik finden, in der einige wichtige Punkte noch ausführlicher behandelt werden. Zum Abschluss möchte ich jedoch ein paar persönliche Empfehlungen teilen.
Direkt mieten oder über die lokale Agentur?
Ich bin überzeugt, dass die lokale Agentur am besten in der Lage ist, ein optimales Erlebnis zu bieten. Wenn Sie die Anmietung dem Team in Auckland überlassen, findet man ein Fahrzeug, das perfekt zu Ihren Anforderungen passt – insbesondere in Bezug auf Kofferraumgröße und Reiseroute.
Doch es gibt noch einen weiteren Vorteil, an den man selten denkt: Die lokale Agentur arbeitet seit fast 15 Jahren mit denselben Vermietern zusammen!
Im Problemfall wird ein Kunde einer Agentur, zu der seit Jahren freundschaftliche Beziehungen bestehen, nicht wie irgendein Reisender behandelt.
Die Kommunikation ist schneller, Lösungen sind flexibler und die Bereitschaft zuzuhören oft größer. Keine Wunder – aber ein echter Unterschied, wenn man unterwegs Hilfe braucht.
Voraussetzung ist allerdings, dass die lokale Agentur die gesamte Reise organisiert, um jedes Detail im Blick zu behalten. Wenn Sie hingegen nur ein Auto mieten möchten, genügt der Vergleichsrechner von NZreisen – auch damit profitieren Sie von sehr guten Preisen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die französischsprachige Unterstützung vor Ort in Neuseeland, besonders in Stresssituationen wie bei einem Unfall oder auch nur einem kleinen Blechschaden.
Muss man Angst vor dem Linksverkehr haben?
Dieser Artikel konzentrierte sich vor allem auf die praktischen Aspekte der Autovermietung. Den neuseeländischen Straßenverkehr und das Fahren auf der linken Seite habe ich bewusst nur am Rande behandelt.
Dennoch ein Wort zur Beruhigung für all jene, die nachts kein Auge zubekommen, weil sie fürchten, Vorwärts- und Rückwärtsgang zu verwechseln – oder die allein wegen des Linksverkehrs zögern, nach Neuseeland zu reisen.
Während der Linksverkehr in dicht besiedelten Ländern wie dem Vereinigten Königreich oder Japan anspruchsvoll sein kann, ist in Neuseeland wenig Verkehr unterwegs. Es ist nicht ungewöhnlich, kilometerweit niemandem zu begegnen.
Zwar braucht man ein paar Tage, um sich vollkommen wohlzufühlen, doch der Linksverkehr stellt kein großes Hindernis dar. Die meisten zuvor verunsicherten Fahrer machen sich nach der Rückkehr sogar darüber lustig.
Das neuseeländische Straßennetz ist hervorragend gepflegt, und die Beschilderung – weitgehend nach internationalem Standard – ist allgegenwärtig. Selbst Kreisverkehre sind dank Stopps an allen Zufahrten leicht zu bewältigen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Automatikgetriebe. Da man keine Gänge wechseln muss, kann man sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren.
Ich würde nicht behaupten, dass Autofahren ein Kinderspiel ist – aber es ist überraschend einfach. Ehrlich gesagt fahre ich in Neuseeland deutlich lieber als in Frankreich, wo Staus und Aggressivität den Alltag bestimmen.
Ergänzend empfehle ich unseren ausführlichen NZreisen-Leitfaden zum Straßenverkehr und Linksfahren, der diese Themen detailliert behandelt, da es einige landesspezifische Besonderheiten gibt, die Sie vor der Fahrt kennen sollten.
Auto oder Wohnmobil?
Einige von Ihnen zögern zwischen Auto und Wohnmobil. Eine so komplexe Frage lässt sich nicht in wenigen Worten beantworten. Da Sie nun jedoch bestens über die Autovermietung informiert sind, lade ich Sie ein, gleich unseren großen Ratgeber zum Wohnmobil zu lesen. Danach haben Sie alle Informationen, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Wenn ich dennoch eine kurze Einschätzung geben soll: Zwei von drei Reisenden entscheiden sich letztlich für das Auto, sobald sie die Einschränkungen eines Wohnmobils kennenlernen (Entleerung, schwierige Fahrt in Städten usw.).
Mit einem Wohnmobil ist man rund 20 % langsamer unterwegs und verschenkt damit wertvolle Zeit, die man besser für Aktivitäten nutzen könnte.
Reisen Sie mit Musik!
Nach all den logistischen Fragen beende ich diesen Guide mit einer etwas leichteren Note. Sie werden viele Stunden auf Neuseelands Straßen verbringen – und das am besten mit Musik!
Da das Radioprogramm in Neuseeland eher enttäuschend ist (und der Empfang außerhalb der Städte oft schlecht), sollten Sie ausreichend Musik auf Ihrem Smartphone oder Tablet dabeihaben.
Das mag banal klingen, aber denken Sie daran, Ihre Titel für die OFFLINE-Nutzung herunterzuladen, wenn Sie Spotify, Apple Music oder einen ähnlichen Dienst verwenden. Andernfalls verbrauchen Sie schnell Ihr ohnehin begrenztes Datenvolumen.
NZreisen bietet Ihnen eine spezielle Neuseeland-Playlist mit ausschließlich neuseeländischen Künstlern, um Ihnen ein paar musikalische Entdeckungen zu ermöglichen. Natürlich haben wir auch einige Stücke aus dem Soundtrack von Der Herr der Ringe eingebaut, passend zu den epischen Landschaften des Landes.
Voraussetzung ist natürlich, dass Sie die Musik auch über die Lautsprecher des Autos abspielen können – mehrere tausend Kilometer ohne Musik zu fahren, ist deutlich weniger angenehm!
Bei Fahrzeugen mit Apple Car oder Android Auto ist das kein Problem, insbesondere per Bluetooth. Bei Modellen ohne diese Ausstattung sollten Sie jedoch an einen USB-/USB-C-Adapter oder sogar einen USB-Zigarettenanzünder denken.
Das soll das Schlusswort sein. Vielen Dank, dass Sie bis zum Ende gelesen haben! Wenn Sie Fragen haben oder Beratung zur Autovermietung in Neuseeland wünschen, stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung – Sie finden mich weiter unten auf der Seite in der FAQ.